Ein Bock namens Max Emanuael

02. Februar 2021

„NSchafeeue Mitarbeiter“ hat die Schlossanlage heuer in Dienst gestellt. Max Emanuel, Therese Kunigunde, Renatus, Wilhelm und Maria Antonia unterstützen nun die Pflege des Hofgartens - quasi als lebende Rasenmäher. Die Tiere mit blaublütigen Namen aus der Geschichte Schleißheims sind Quessont-Schafe, eine sehr seltene Schafrasse, die als kleinste Europas gilt.

In der Schlossanlage werden sie zur Beweidung der Obstgärten eingesetzt. Alexander Bauer, der Betriebsleiter des Hofgartens, schwärmt über die neuen Helfer, deren Einsatz „schon erste bemerkenswerte Erfolge“ zeige. Das sonst in den Obstanlagen grassierende Wühlmausproblem habe sich durch die Schafbeweidung eklatant verbessert. Auch die sogenannten Stockaustriebe, wilde Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle eines Obstbaumes austreiben und sonst manuell entfernt werden müssten, würden von den Schafen „als absolute Delikatesse angesehen“.

„Nachhaltiger und ökologischer geht nicht“, freut sich Bauer über die Schafbeweidung, die freilich nur für Teile der rund 20 Hektar großen, imposanten Obstgartenanlage reicht. Die „neuen Mitarbeiter“ seien absolut genügsam und benötigten nur einen kleinen Stall, frisches Wasser und einen Salzleckstein. Da die Rasse ursprünglich von einer französischen Atlantikinsel stammt, sind sie auch im Winter draußen und aktiv.

Bauer hatte sich schon länger mit der Hochmuttinger Schäferei Hoyler über die Option unterhalten, Schafe in der Schlossanlage einzusetzen. Als Schäfer Thomas Hoyler dann die Quessont-Schafe in einer gemischten Herde von einem anderen Schäfer übernahm und die fünf Exoten in seinem Betrieb nicht wirklich gebrauchen konnte, dachte er an den Hofgarten.

Auch zu den barocken Zeiten, in denen Schloss Schleißheim errichtet wurde, hielt man wohl Schafe bei Hofe; mit dem gleichen Nutzwert wie heute, dazu auch zur Belustigung der höfischen Gesellschaft - und zur Bereicherung der höfischen Tafel. Dieses Schicksal werde den Schaferln von Schloss Schleißheim jedoch erspart bleiben, verspricht Bauer. Die Staatliche Schlösserverwaltung meldet bereits aus München, dass sich die Schafe „bei den Besuchern zu großen Sympathieträgern entwickelt haben“.

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