Räume für Begegnungen - und für ein großes Geheimnis...

21. März 2019

Die Tür wird versperrt und die nächsten 60 Minuten ist die Gruppe jetzt auf sich allein gestellt. Wie öffnet sich die Tür wieder? Gibt es ein Entkommen? Ein erster Hinweis auf den Weg zurück findet sich vielleicht auf dem angefangenen Brief, der in der alten Schreibmaschine auf dem Tischchen eingespannt ist… Orbis 9905

„Das Geheimnis des Captains“ kann nun im ersten „Escape Room“ in Schleißheim entschlüsselt werden. „Orbis – das seminarraumkonzept“ bietet in Kooperation mit den Münchner „MysteryRooms“ die neue gruppendynamische Spieleerfahrung an. Ob bei einer Firmenfeier, im Rahmen von Recruitments, Events mit der Familie oder als Highlight für den Junggesellenabschied, das Prinzip ist einfach: Die Gruppe wird zusammen in einem Raum „eingeschlossen“ und löst gemeinsam Aufgaben und Rätsel, um sich wieder frei zu spielen.

Der „Escape Room“ ist die neueste Attraktion im Portfolio von „Orbis“ am Oberschleißheimer Bruckmannring. Claudia Caspers hat dort 2003 eine Seminarraumvermietung entwickelt. Ohne Anbindung an ein Hotel, dem üblichen Umfeld von Tagungsräumen, bietet „Orbis“ vielseitig verwendbare Flächen für Seminare, Kongresse, Workshops, Besprechungen oder Fortbildungen „frei“ an.

Auf 900 Quadratmeter Fläche stehen sieben unterschiedlich große Räume zur Verfügung plus zwei große Bistros, ein Rundell, ein einladender Innenhof oder sogar eine Massageecke mit entsprechendem Mobiliar. „Orbis“ kümmert sich um alle bestellten Dienstleistungen wie Catering oder Equipment, eventuell nötige Hotelbuchungen oder auch Prüfungsaufsichten. Die Räume, deren Ausstattung und die Dienstleistungen lassen sich flexibel an die Wünsche des Kunden anpassen.

 „Vom kleinen Hobbyverein bis zum Global Business Player war in 16 Jahren schon alles zu Gast“, erzählt Caspers. Die Spannbreite der Branchen umfasst Energieversorgung, Fahrzeugherstellung, Einzelhandel, Baugewerbe, Versicherungs- und Finanzdienstleistung, öffentliche Verwaltungen, Gesundheitswesen oder Dienstleistungen. Wochentags werden die Räumlichkeiten vorwiegend von Unternehmen für Fortbildungsveranstaltungen gebucht, an Wochenenden finden neben beruflichen Weiterbildungskursen auch Veranstaltungen wie Parfum-Seminare, Selbsterfahrungs-Workshops und verschiedenste Vorträge statt.

Gerade ist der Raum „Merkur“ für eine Fortbildung hergerichtet, der kleinere „Pluto“ hingegen ist fast leer, nur an der Rückwand stehen auf Tischen ein paar Kisten mit Utensilien. Hier wird am nächsten Tag gesungen und getanzt, dann findet hier der „Singende Kindergarten“ des gleichnamigen Projekts des „dm“-Marktes statt. Und im „Neptun“ warten Kompass, Globus und Fernstecher auf die hoffnungsvollen Tüftler am „Geheimnis des Captains“.

Durch die ausschließliche Fokussierung auf das Seminar- und Tagungsangebot biete „Orbis“ den Besuchern „unkomplizierte Art, individuelle Betreuung und besondere Gastfreundschaft“ verspricht Claudia Caspers. Bedeutendes Plus des Betriebs ist weiterhin die verkehrstechnisch zentrale Lage zwischen Münchner Innenstadt und Flughafen, im Gewerbegebiet in S-Bahn-Nähe gelegen.

Die individuellen Angebote äußern sich dann etwa darin, dass BMW schon auch mal ein neues Modell zur Verkäuferschulung ins Treppenhaus fährt oder dass ein Shaolin-Mönch durch die Flure springt. „Das war schon ziemlich speziell“, schmunzelt Caspers. Aufgenommen wird nahezu jeder im „Orbis“; rechtsradikale Gruppierungen wären tabu, haben allerdings auch noch nie angefragt, und bei manchen sehr schräg klingenden Religionsgemeinschaften ist das Haus dann schon auch mal leider ausgebucht. Das Team vom „Orbis“ wird gerne zum Kunden im eigenen Haus bei den regelmäßigen Parfüm-Seminaren eines Anbieters. „Da duftet der ganze Laden“, schwärmt Caspers.

Im „Orbis“ finden auch regelmäßig Ausstellungen statt. Die Künstler können die Räume als Plattform nutzen, das Haus hat im Gegenzug wechselnde attraktive Gestaltung. Die Ausstellungen sind während der Öffnungszeiten öffentlich und frei zugänglich.

Claudia Caspers hat Philosophie, Psychologie und Betriebswirtschaft studiert. Bei der Verwertung der Immobilie am Bruckmannring im Familienbesitz kamen seinerzeit immer wieder Anfragen, nur kurzzeitig einzelne Räume nutzen zu wollen, erinnert sie sich – und daraus entwickelte sich die Idee für das Seminarraumkonzept: „Irgendwann war das die logische Konsequenz.“

Der Durchbruch für das ungewöhnliche Modell kam durch puren Zufall: Eine Trainerin bei BMW aus Oberschleißheim entdeckte das Angebot beim Spaziergang – und buchte sofort für ihre Kurse. Für Caspers „ein toller Glückstreffer“, vom sie allerdings auch die Kehrseite schon erleben musste. Als der Münchner Gigant um 2008 sein Schulungsangebot drastisch reduzierte, schlug die starke Abhängigkeit in eine große Lücke um. Auch davon hat sich „Orbis – das seminarraumkonzept“ aber längst wieder freigeschwommen.

Von der Startausstattung weg haben sich die Räumlichkeiten den Kundenbedürfnissen angepasst, Wände wurden eingezogen und versetzt, um die idealen Raumgrößen zu kreieren, Decken und Teppiche sind längst erneuert. Mit Caspers, die zusätzlich im biowissenschaftlichen Bereich im elterlichen Betrieb arbeitet, bilden 11 Mitarbeiter das Team des „Orbis“. Der Name stammt aus der lateinischen Formulierung „orbis terrae“, die den Erdkreis bezeichnet, die nach anderen Planeten benannten Räume komplettieren den Kosmos.

Neueste Errungenschaft darin ist nun der „Escape Room“. Mit dem Spiel würden „Teamfähigkeit, Geschicklichkeit, Experimentierfreude, präzise Kommunikation, komplexes Denk- und Delegationsvermögen, Gespür für Situationen und Menschen und der Rollenwechsel auf spielerische Art und Weise geschult“, erläutert Caspers.

Für Unternehmen hat der Kooperationspartner „MysteryRooms“ ein eigenes Businesskonzept um den „Escape Room“ entwickelt, das dann mit einem Seminar, einer Tagung oder einer Recruiting-Maßnahme im „Orbis“ verknüpft werden kann. Für Schulen oder Jugendgruppen böte sich „eine Möglichkeit für einen pädagogisch wertvollen Ausflug“. Gespielt werden kann ab neun Jahren. An zwei Tagen im Monat soll es offene „MysteryDays“ geben, an denen jeder in zufällige Gruppen integriert wird und mitspielen kann, Termine und Anmeldung unter www.orbis-muenchen.de.

Und, zur Beruhigung: Rausgekommen ist noch jeder. Zur Not sitzt im Zimmer nebenan noch ein geheimer Helfer, der über Kamera zugeschaltet ist und dann als „Stimme aus dem off“ kleine Hilfen geben kann…

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