Ein Leben als Inszenierung

14. Dezember 2018

Neue Biografie über Max Emanuel wurde in Schleißheim vorgestellt. BiografieMaxEmanuel

„Als jugendlicher Oberbefehlshaber und Schwiegersohn des Kaisers im Zenit seiner Laufbahn, siegreich, versöhnungsbereit, in kultivierter Eleganz und mit souveräner Zuversicht in die Zukunft blickend“ – so ließ sich Kurfürst Max Emanuel 1723 von Jacopo Amigoni in einem Gemälde inszenieren, das dann im Victoriensaal von Schloss Schleißheim den zentralen Blickpunkt bildete. „Es läßt sich kaum ein Ensemble vorstellen, mit dem uns ein Monarch noch heute überzeugender vorführt, wie er gesehen werden möchte“, schreibt der Historiker Markus Junkelmann über Max Emanuel und seine Inszenierung Schleißheim. Am Rande des „Churbayerischen Freudenfestes“ in Schleißheim hat Junkelmann seine neue Biografie über Max Emanuel vorgestellt, die im Verlag Friedrich Pustet erschienen ist.

Von 1680 bis 1726 spielte Max Emanuel auf der europäischen Bühne eine ehrgeizige Rolle. Heute ist er einer der populäreren Figuren der bayerischen Historie, vor allem seine Kunstsammlungen und Schlossbauten in Nymphenburg und Schleißheim haben ihn überdauert. Die Gemeinde Oberschleißheim trägt sein Monogramm im Wappen.

Junkelmanns Beschäftigung mit Max Emanuel darf lebenslang genannt werden. Der 69jährige ist in einer von Max Emanuels Schöpfungen aufgewachsen, in Schloss Lustheim, er hat über den Fürsten promoviert und eine grundlegende wissenschaftliche Biografie seit Jahren in Vorbereitung.

Das druckfrische Büchlein in der Pustet-Reihe „kleiner bayerischer biografien“ zeigt leicht lesbar und übersichtlich Max Emanuel in seinen Siegen, Erfolgen und ehrgeizigen Plänen, aber auch in seinen Niederlagen, seinem grandiosen Scheitern und den fatalen Konsequenzen seiner Ambitionen. Angereichert ist es am Rande des biografischen Weges mit vielen Exkursen, so einem eigenen Kapitelchen zu Schloss Schleißheim, „einem Schloss als Vermächtnis“; und auch zur entschiedenen Betonung, warum Junkelmann den Kurfürsten im Untertitewl des Büchleins als „Blauen König“ tituliert.

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