Schleißheimer Schlossbrände: Die Brennsaison startet

In der Schlossbrennerei Schleißheim beginnt in diesen Tagen wieder die Brennsaison.

Innerhalb von zwei Wochen brennen die Mitarbeiter der Schloss- und Gartenverwaltung Schleißheim das eingemaischte, vergorene Obst der herbstlichen Ernte zu den beliebten Schleißheimer Schlossbränden. Da 2017, bedingt durch Spätfröste, ein sehr schlechtes Obstjahr war, können heuer allerdings lediglich knapp 3000 Liter Maische verarbeitet werden. Um die Versorgung mit „Blauer Kurfürst und Co“ muss sich allerdings niemand wirklich Sorgen machen: Die Lagerkeller im Schloss sind laut Hofgartenbetriebsleiter Alexander Bauer gut gefüllt. Die frisch erzeugten Brände gelten in der Brennereifachsprache als „freche Brände“ und müssen sowieso noch etliche Jahre reifen, ehe sie in Flaschen abgefüllt im Schleißheimer Museumsshop und etlichen Betrieben erhältlich sein werden.     

                     Schlossbrand                              

Die Zwetschgen und Kornelkirschen kommen aus den eigenen historischen Gartenanlagen. Im Brennkessel können pro Tag 450 Kilo Maische verarbeitet werden. Gefragt ist hierbei nicht nur Fingerspitzengefühl beim Brennen, sondern auch der stundenlange Einsatz am 80 Grad heißen Brennkessel. Unmittelbar nach dem Brennen haben die Obst-Destillate einen Alkoholgehalt von rund 80 Prozent. Danach müssen die edlen Destillate noch ein paar Jahre im kühlen Schlosskeller im Eichenfass oder im Glasballon reifen, ehe sie auf eine Trinkstärke von 40 Prozent verschnitten werden. Nach diesem Verschnitt lagert die Schloss- und Gartenverwaltung Schleißheim diese erneut fünf Jahre ein, bevor der Schnaps aus dem Ertragsjahr 2017 in den Museumsladen kommt.

Traditionelles Brauen und Brennen in Schloss Schleißheim

Die kleine Brennerei hat 2007 an eine alte Tradition angeknüpft: Bis zum Jahr 1912 gab es in Schleißheim eine Schlossbrauerei, genannt „Remonte-Depot-Brauerei“, in der auch Obst gebrannt wurde. Diese war einst Teil des Königlich Bayerischen Staatsgutes Schleißheim, dem auch das sogenannte „Remonte-Depot“ angegliedert war. Dort wurden Pferde für militärische Zwecke gezüchtet und trainiert. Die weitläufigen Obstbaumanlagen mit historischen Apfel- und Birnensorten stammen aus dieser Zeit. Eingemaischt und verarbeitet wird in der  vormals kurfürstlichen Schlossgärtnerei also nur Obst aus den historischen Obstgärten Kurfürst Max Emanuels.

Alle Schleißheimer Schlossbrände sind täglich von 10 Uhr bis 16 Uhr im Museumsshop erhältlich. Zudem können Sie die Schnäpse im Tourismusbüro kaufen.

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