Führung Schloss Lustheim: Made in China-Porzellan- und Teekultur

Kategorie
Kunst, Führung & Vortrag
Datum
05.05.2019 14:00
Veranstaltungsort
Schloss Lustheim - Am Hofgarten 14
Deutschland
Telefon
089 / 315 87-242

Sonntag, 5. Mai 2019, 14.00 Uhr

Führung in Schloss Lustheim, Meißener Porzellan-Sammlung
Stiftung Ernst Schneider, Am Hofgarten 14, 85764 Oberschleißheim

Made in China - Porzellan- und Teekultur


mit Gabriele Lemos M.A.


Tee und Porzellan waren lange Zeit nicht alltäglich, sondern kostbare Luxusgüter, die mit großem Aufwand importiert wurden. Denn beide stammen. Tee wurde dort erfunden, als der chinesische Kaiser Shen Nung vor gut 4700 Jahren im Palastgarten heißes Wasser trank, ein Blatt von einem Strauch hineinwehte und das Wasser zu duften und sich zu verfärben begann. Nach Europa kam der Tee erst Anfang des 17. Jahrhunderts, als er per Schiff um das Kap der Guten Hoffnung transportiert werden konnte. Wie die anderen exotischen Heißgetränke – der Kaffee aus Arabien und die Trinkschokolade aus Südamerika - wurde der Tee zunächst in kleinen Dosen als Arznei gereicht. Wegen ihrer stimulierenden Wirkung auf den menschlichen Organismus kamen sie bald sehr in Mode und traten an die Stelle alkoholischer Getränke, zu denen man schon morgens griff, da Wasser oft verunreinigt war. Allerdings blieben die luxuriösen Genussmittel noch lange ein kostspieliges Vergnügen, das sich nur der Adel und das gehobene Bürgertum leisten konnten.

In denselben Schiffen wie der Tee wurde aus China auch Seide und nach Europa Lack transportiert sowie Porzellan, das der kostbaren Ladung die nötige Schwere gab, aber auch selbst ein höchst begehrtes Sammelgut in Europa war. Als man in Sachsen nach langwierigen Experimenten die Rezeptur zur Herstellung von Porzellan erfand und August der Starke 1710 in Meißen die erste europäische Porzellanmanufaktur gründen konnte, nutzte man das neue Material, um Geschirre für die neumodischen Heißgetränke zu fertigen. Die frühesten Koppchen, Kummen und Kannen aus Meißen zieren deshalb oft fantasievolle Chinoiserien, die ein ideales Gegenbild zur europäischen Wirklichkeit entwerfen.

Bildmotiv: Schokoladebecher mit Chinoiserie-Dekor (Detail), Bemalung wohl von Johann Gregorius Höroldt, Meißen, um 1725

Lustheim Chin. Porzellan

 
 

Alle Daten

  • 05.05.2019 14:00

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