Schleißheim 4.0 #Lustwandeln

10. Oktober 2016

Einmal Tweetwalker

Am 08.10.2016 fand der Tweetwalk unter dem Hashtag #Lustwandeln in der Schloß- und der Gartenanlage Schleißheim statt. Dazu lud Tanja Praske, Kultur Museum Talk gemeinsam mit der Schlösser- und Seenverwaltung etwa 20 Blogger zu einer exklusiven Führung ein. Sandra Kunstwadl, Leiterin des Online Teams war dabei und berichtet.

 

Es begann mit einer Email...
"Hi Sandra, ich verstehe kein Wort, es muss aber eine riesen "Sause" sein. Ich denke es ist für dich und das Team Online interessant!" Gruß Klaus, Teamleiter Marketing

Aufruf zur Teilnahme: Tweetwalk #Lustwandeln in Schleißheim – zu Gast beim „Blauen Kurfürsten“ 

Schmunzelnd über diese Wortwahl begann ich den Aufruf zu lesen. "Oh ja klasse Idee!", endlich ein spannendes Format und wahnsinnig reizvoll für mich. "Wenig Aufwand, hohe Reichweite und einfach spannend!" Dennoch etwas skeptisch, ob das auch in Schleißheim funktioniert und nicht nur in Nymphenburg wie 2015, begann ich die Netzwerke zu studieren und wurde gleich auf Twitter fündig. Der Kontakt zu Tanja Praske, Kultur Museum Talk Bloggerin und Kunsthistorikerin war dank des Vorlaufs einer solchen Kampagne schnell hergestellt. Und so freute ich mich riesig über die Teilnahmemöglichkeit für unseren örtlichen Tourismusverein, die ich über ein persönliches Telefonat mit Tanja Praske erhielt.

Vorbereitung zum #Lustwandeln
Was brauche ich für meinen ersten Tweetwalk? ... ein aufgeladenes Handy und da das Wetter etwas kühlere Temperaturen versprach noch warme Sachen. So startete der Samstagmorgen mit dem Vorglühen auf das bevorstehende Event, indem ich die Tweets verfolgte und die ersten Kontakte.

Und schon gehts los
- Treffpunkt am alten Schloss Schleißheim 10:45 Uhr -
Tanja Praske und Cordula Mauß, Pressesprecherin der Schlösser- und Seenverwaltung leiten mit einem kurzen geschichtlichen Anriss und ein paar Informationen zum Zwitschern in den Walk ein. BR24 ist dabei und interviewt Teilnehmer, wie es doch möglich ist alles unter einen Hut zu bringen? Zuhören, Fotos/ Videos machen, posts lesen, antworten, selbst posten... Zu Beginn hätte ich darauf noch keine Antwort gefunden!

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Nachdem die Frage geklärt war, welche Handtasche nun groß oder klein sei, was zweifellos nur von einem Mann gefragt und beantwortet werden kann, alle Rucksäcke und großen Handtaschen eingesperrt waren, begann der Schlossrundgang als wir von klassischer Musik herrschaftlich empfangen wurden.

Führungen
Max Emanuel war zweifellos ein Herrscher, der es verstand sich in Szene zu setzen oder setzen zu lassen. Wundervoll verzierte Wände, prächtige Deckengemälde und riesige Dimensionen beeindruckten geich zu Beginn unsere Sinne. Wir wandelten lustvoll in den oberen Stockwerk und von da aus in die Galerie. Ein Herrscher seines Formats, hatte neben der Selbstdarstellung und der Kriegsführung eine weitere Vorliebe nämlich die Kunst. Deshalb ließ er eine 57m lange Galerie mit veschiedensten Kunstwerken anlegen.

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Ein herrlicher Ausblick bot sich dem Wandler auf den Schlosspark, der mit seiner Weite und der symetrischen Gartenanlage lockte. Weiter nach oben bis in den Speicher führte uns der Hofgarten Betriebsleiter Alexander Bauer. Den Höhepunkt hier bildete zweifellos der Ausblick vom Vordach des Neuen Schlosses in den Garten.

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Wieder die Stufen nach unten genommen, erfuhren wir mehr über das Gartenparterre, welches in den effnerschen Zustand in penibler Kleinarbeit zurück gesetzt wurde. Dazu mussten allerdings alle Beete, Wege genau bemessen und aufs Papier gebracht werden, was sich als sehr schwierig erwies, da die erhaltenen Pläne nach Effner nur Entwurfsansichten waren.

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Weiter wandelten wir ein Stück im Park zum historischen Obstgarten, wo viele alte Sorten noch angebaut, verkauft oder verschnapselt werden. Interessant ist, das hier keine Chemie verwendet werdet wird. Im Obststadl wird das Obst im Herbst auch verkauft.

Nach guten 3 Stunden In- und Output endlich Zeit für eine Stärkung mit den Abschlussworten der Initiatorinnen und der Danksagung an die Hausherrin des Schleißheimer Schloßes Paula Kleeberger! Wer nun noch das geistige Programm testen wollte, war eingeladen die Schlossschnäpse zu verkosten. Neben den Bränden gibt es aber auch verschiedene Liköre wie die zum Thema passende Barockliebelei, einen sehr geschmackvollen Schlehenlikör!

Und jetzt? Was hats gebracht?
Für alle Anwesenden erstmal wahnsinnig viele spannende Eindrücke!

Und sonst? Das kann ja eine normale Führung auch!
Die Anwesenden berichteten live vom Ort des Geschehens auf Instagram, Twitter, Snapchat usw über das Gehörte und Gesehene. Sie produzierten über 1700 Tweets und über 4,4 Mio Views auf der ganzen Welt verteilt. Innerhalb eines Monats und hauptsächlich am 8.10.16 zwischen 11 und 14 Uhr erzählten, teilten und nahmen an dieser "Sause" des #Lustwandelns sehr viele Menschen teil.

Und wenn jetzt monatlich x-% mehr Besucher ins Schloss kommen, war die Kampagne erfolgreich!
Ja natürlich hat die Kampagne eine wahnsinnig hohe Reichweite! Doch war das Ziel mehr Besucher ins Schloss zu bekommen? Jede Kampagne hat ein Ziel und dieses war eindeutig: "Wir machen auf Schleißheim aufmerksam!" Das Ziel wurde ganz klar erreicht!

Gähn, ah ja so ein Aufwand und soviel Gerede um etwas nicht Nachvollziehbares.
Nur weil es noch nicht so etabliert ist, heißt es nicht, das es nichts bringt. Ganz im Gegenteil, die Views kann ich sogar messen! Leider lassen sich die Views eines Plakates nicht messen. Und damit das etablierte mit dem Neuen nicht vergleichen. Und vor allen wieviele Plakate müsste ich denn drucken und platzieren, um eine ähnliche Reichweite zu erzielen? Ich denke das beantwortet die Frage von selbst.

Also gut, dann machen wir morgen auch so einen Tweetwalk, wenn das soviel bringt!
Vorsicht, dass was sich hier so gut anhört, ist eine sehr akribische Kleinarbeit und vorallen Vorarbeit! Es erfordert Hashtag-Analysen im Vorfeld. Ist der Hashtag #Lustwandeln schon verbraucht oder hat er noch Potential? Ohne Netzwerk keine Kampagne! Analysen, Blogger- und differenzierte Social Media Kenntnisse sind die Vorraussetzung, um erfolgreich zu sein. So erklärte mir Tanja Praske die Zusammenhänge!

Hashtags und Twitter – wie funktionieren sie in der Kultur? - Ein Beitrag von Tanja Praske

Das Storify oder wie verlief das ganze auf Twitter

Und wie ist das mit dem Multiple Choice?
Nein das ist keine Frage nur an die Männer ;-) Sehr schnell merkst du, egal welchen Geschechts, dass du dich keinesfalls auf fünf Dinge gleichzeitig konzentrieren kannst! Also nimmst du mit, was du mitnehmen willst, zwitscherst das, was DIR am wichtigsten erscheint!

Aber das ist doch eine sehr einseitige und oberflächliche Berichterstattung!
Würde nur eine Person bloggen, die zufällig an diesem Ort wäre, könnte es das vielleicht sein. Ein Blogger hat seinen Stil, seine Blickrichtung und Vorlieben. Er ist menschlich, authentisch und wählt seine Themen sorgfältig aus. Die Vielfalt entsteht aus den unterschiedlichen Blickwinkeln und den medialen Möglichkeiten der Anwesenden! 

Und gehts danach noch weiter?
Ja die Blogger berichten bei einem Tweetwalk nicht nur live, sondern legen ihre eigenen Beiträge in verschiedenen Blogs ab. Spannend nachzulesen sind diese Beiträge, die mithilfe der exklusiven Führung eine angenehme Tiefe erhalten. Nachfolgend können Sie weitere interessante Beiträge verfolgen.

weitere spannende Blogbeiträge

Ein Audiobeitrag von Heinrich Rudolf Bruns #Lustwandeln in Schleißheim – Der Barock rockt

Blogbeitrag von Alexandra von Travelling The World  Tweetwalk: #Lustwandeln in Schloss Schleißheim

Blogbeitrag von Markus Pflugbeil Ein Samstag mit dem blauen Kurfürsten – Lustwandeln

Blogbeitrag von Nina Strasser auf ninastrada  Mein Geheimtipp für Münchner! #Lustwandeln im Schloss Schleißheim

Blogbeitrag von Katja Wegener vom Wellspa-Portal  Lustwandeln im Wellnessmodus oder "Barock rocks"

Blogbeitrag von Ricarda Christina Hollweg von Hiddentraces Hidden Munich: Entdeckungen in Schleißheim, auch in englischer Sprache verfügbar

Blogbeitrag von Sylvia von Brotwein #Lustwandeln im Schloss Schleißheim – Äpfel und blauer Kurfürst

Blogbeitrag von Stefan Hemler Wieder virenschleuderpreisverdächtig – der Tweetwalk „#Lustwandeln auf den Spuren des ‚Blauen Kurfürsten‘ in Schleißheim“

Blogbeitrag von Anja auf „Ceci n’est pas un blog“ „Baroque Rocks“

Blogbeitrag Peter auf „Stadtrandblog“ Vom Kurfürstlichen Dach gebloggt

Fotoalbum von Pia Kleine

 

Und auch die Presse berichtete:

schleissheimer-zeitung ... allgemein über das Event

BR24 ... Entdeckung "Tweet Walk" in Schloss Schleißheim

BR24 ... Internettrend Tweetwalk durch Schloss Schleißheim

Mein Fazit:
Es war sehr spannend. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt, gute Gespräche gehabt, viel aus den Vorträgen gelernt und gehe mit viel Motivation und vielen Ideen im Kopf nach Hause! Aber für meinen nächsten Tweetwalk brauche ich unbedingt mehr Speicher auf meinem Handy und ein paar mobile Ladegeräte, vielleicht für den Notfall eine zweite Kamera! "Akku leer!", ist wahrscheinlich ein Anfängerfehler, aber nach 1 1/2 Stunden posting und zwitschern auf verschiedensten Kanälen, wars vorbei.

Und übrigens
Wer jetzt meint, ah ja alles vorbei? Der sei getäuscht! Auch am Sonntag danach sprechen viele von Fortsetzung und Intensivierung. Aber das Wichtigste ist die sehr netten, bleibenden Kontakte und die gute Stimmung.

Mein Dank ...
gilt an dieser Stelle natürlich Tanja Praske mit ihrer Idee und ihren Erfahrungen und der gesamten Organisation, der Schlösser und Seenverwaltung mit den Initiatoren, Organisatoren, Führern und Entscheidern, den Teilnehmern für sehr gute Gespräche und zweifellos einer wunderbaren "lustwandelnden" Werbung für Schleißheim und auch an Klaus Bachhuber, Teamleiter Marketing, der mich überhaupt erst darauf aufmerksam machte.